Kurznachrichten aus unserer Imkerei

Stand im Botanischen Garten in Krefeld

Sonntag, 28. August 2016 10:05   

Heute, am 28.8.2016, stehen wir mit unserem Honigstand als “Beiprogramm” von 13 Uhr bis 17 Uhr im Botanischen Garten Krefeld. [mehr…]

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Chronische Bienen-Paralyse – erste Begegnung mit einem Virus

Das Ergebnis der Untersuchung vom Julius- Kühn-Institut (JKI) für unser “vergiftetes Bienenvolk” ist da . Die Bienen zeigten im Biotest mit den Larven der Gelbfiebermücke deutliche Vergiftungserscheinungen. Da jedoch kein Hinweis auf eine Pflanzenschutzmittelvergiftung bestand, wurden keine weiteren Untersuchungen veranlasst.

Was ich auch nicht wusste: Das Julius-Kühn-Institut (JKI) ist nur für Vergiftungen bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zuständig. Die ebenfalls eingesandte Futterprobe wurde deshalb nicht untersucht.

Durch einen Anruf beim JKI erfuhr ich dann Genaueres: Trotz der deutlichen Vergiftungsreaktionen bei den Larven der Gelbfiebermücke, müssen die Bienen nicht vergiftet worden sein. Solche Reaktionen werden auch z. B. durch Fäulnisgase hervorgerufen. Vielmehr vermutete Herr Jens Pistorius vom JKI, dass die Bienen an der Ansteckenden Schwarzsucht erkrankt wären.

Die Ansteckende Schwarzsucht wird durch das Chronische Bienen-Paralyse-Virus (CPV) ausgelöst. Da wir (bzw. unsere Bienen) mit dieser Krankheit noch gar keine Bekanntschaft gemacht hatten, musste ich erst einmal unsere Bienenbücher befragen.

Die erwachsene Biene kann sich mit dem Chronischen Paralyse-Virus über die Nahrung oder über Wunden infizieren. Im Futter müssen mehrere Millionen Viruspartikel enthalten sein, um Symptome hervorzurufen. Gelangt der Virus jedoch durch kleine Wunden in die Hämolymphe der Biene, reichen weniger als 100 Viruspartikel und die Biene erkrankt.

Das Chronische Bienen-Paralyse-Virus ist in den Bienenvölkern weit verbreitet. Dennoch kommt es nicht immer zur Vermehrung des Virus und zum Ausbruch der Krankheit. Begünstigt wird das Chronische Bienen-Paralyse-Virus durch Schlechtwetterperioden, fehlende Tracht, hohe Bienendichte im Flugradius, Räuberei und eine hohe Varroabelastung des Bienevolkes.

Typische Symptome sind:

  • flugunfähige, krabbelnde und zitternde Bienen mit asymmetrisch verschränkten Flügeln vor dem Flugloch
  • erhöhter Totenfall, oft wie ein Teppich toter Bienen vor dem Flugloch
  • befallene Bienen sitzen zusammengedrängt auf den Rähmchenoberleisten
  • aufgeblähter Hinterleib
  • Haarlosigkeit, Bienen glänzend, schwarz  (tritt nicht immer auf)

Die Symptome der Chronischen Bienen-Paralyse können durchaus mit einer Vergiftung verwechselt werden. In keinem unserer Bienenbücher gab es jedoch einen Hinweis darauf, ob Bienen, die an chronischer Paralyse erkrankt sind, ebenfalls – wie vergiftete Bienen – einen rausgestreckten Rüssel zeigen.

Nachweisen lässt sich der Chronische Bienen-Paralyse-Virus nur mit dem Elektronenmikroskop oder mit gentechnischen Analysen. Es ist kein Medikament und keine Heilmethode vorhanden. Man kann nur vorbeugend Gebiete mit hoher Bienendichte meiden, gute Nektar- und Pollentrachten anwandern und den Varroabefall der Bienenvölker niedrig halten.

Oft gehen betroffene Völker im Sommer innerhalb weniger Wochen ein. Häufig kommt es aber selbst bei stark erkrankten Völker zur spontanen Selbstheilung.

Unser betroffenes Volk ist stark zusammengeschrumpft auf ca. 5 Waben. Ansonsten sieht man aber keine Symptome mehr und die Bienen sehen wieder gesund aus. Mal sehen, ob es so den Winter überstehen kann.

Weblinks:

Merkblatt Chronisches Bienen-Paralyse-Virus vom Institut für Bienenkunde Wien
Video zitternde Bienen bei ADIZ – die biene – Imkerfreund
Chronische Paralyse – Informationen vom Landesverband Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker

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Datum: Samstag, 22. Oktober 2011 17:44
Themengebiet: Bienen und Imkerei

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2 Kommentare

  1. 1

    Der Link zur Imkerschule SH ist jetzt dieser

    [Antwort]

    Olli Antwort vom 13. Juni 2014 10:22:

    Mist hier werden ja gar keine Links übermittelt
    Mal gucken ob das geht
    h**p*/*www*imkerschule-sh*de/imkerabc/c/Chronische%20Paralyse

    [Antwort]

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